Die Meller Berge als Fotomotiv

Die Meller Berge als Fotomotiv

Corona hat für eine stärkere Konzentration auf das eigene Umfeld gesorgt. Insbesondere in der Natur- und Landschaftsfotografie kann dies zu besonderen Bildergebnissen führen, da bei diesen Sujets der richtige Moment entscheidend ist. Spontanität durch kurze Wege und wenig Vorbereitung erleichtern das Erleben des richtigen Momentes in der Natur und mit der Zeit lernt man auch, ihn vorauszuahnen. Für mich sind die Meller Berge gut erreichbar, so konnte ich sie in den letzten Jahren in vielen verschiedenen Situationen ablichten.
Die Meller Berge, eher der Meller Hügel, erstrecken sich nördlich der Stadt Melle und sind durch viele Wanderwege gut erschlossen. Grönegau, Graingau, der grüne Gau – all dies sind Bezeichnungen für einen Landstrich im Osnabrücker Land rund um die Stadt Melle. Er gehört zum Natur- und Geopark terra.vitta. https://www.geopark-terravita.de/

Die Meller Berge
Nördlich von Melle und gut über den Bahnhof Melle zu erreichen, finden sich die Meller Berge. Nachdem zuerst der Orkan Kyrill hier große Spuren hinterlassen und die Waldlandschaft nachhaltig verändert hat, ist nun der Borkenkäfer ein großes Problem. Viele der Nadelbaum-Monokulturen fallen ihm in den letzten Jahren zum Opfer. So ist die Waldlandschaft des Meller Berges zurzeit in einem großen Wandel. Viele Flächen sind bereits gerodet, einige werden in den nächsten Jahren dazukommen. So sind die hier gezeigten Fotos zum Teil schon eine fotografische Erinnerung an etwas, das so nicht mehr existiert.
Im Folgenden möchte ich nun einige Besonderheiten der Meller Berge aufzeigen und welche fotografischen Möglichkeiten sich hier ergeben.
Das Zwickenbachtal ist ein Ort, den ich sehr gerne besuche. In seinem direkten Umfeld sind einige Monokulturen, sodass sich das Aussehen dieses Bachtals in der nahen Zukunft vermutlich nachhaltig ändern wird. Am besten startet man vom Wanderparkplatz am Weberhaus, für eine erste Tour bietet sich der Terra-Track „Naturerlebnispfad Zwickenbachtal“ an. Der Zwickenbach entsteht durch zwei Sickerquellen im Meller Berg und ist die größte Entwässerung der Meller Berge. Bevor er in die Wiesenlandschaft von Melle-Bakum eintritt, schlängelt er sich zunächst etwa zwei Kilometer durch den Wald.
Am Anfang des Tals ist ein junger Pionierwald entstanden, dominiert von jungen Pionierpflanzen, insbesondere junge Birken. Das Gewirr der Bäume bietet gerade in den Abendstunden interessante Motive. Weiter oben im Tal dominieren dann vor allem ausgedehnte Buchen- und Fichtenwälder, die insbesondere bei Nebel ein interessantes Motiv sind. Mit etwa drei Kilometern lässt sich dieser kurze Ausflug fast immer durchführen. Durch die kurzen Wege sind auch die Ottoshöhe oder Diedrichsburg in kurzer Zeit erreichbar.

Interessanter Aussichtspunkt ist der Aussichtsturm auf der Ottoshöhe. 2008 neu errichtet erlaubt der knapp 25 m hohe Aussichtsturm an klaren Tage einen Blick bis hin zum Kraftwerk Ibbenbüren. Es lohnt sich diesen Ort öfter zu besuchen, interessante Motive bieten sich im Sommer nach Regenfällen oder im Winter. Am Neujahrabend 2020 lag das Tal des Grönegaus im Nebel, während sich auf der Ottoshöhe ein wunderschöner Blick in das Tal und darüber hinaus genießen ließ.


Als drittes lohnendes Ausflugsziel für den Naturfotografen bietet sich dann noch die Diedrichsburg an. Ursprünglich ließen sich auf 200 Hektar Wildschweine, Damwild und Mufflons in weitgehend natürlicher Umgebung fotografieren. Leider ist dies nun Vergangenheit, der Park ist aufgelöst.


Natürlich ist das alles im Vergleich zu anderen Landschaften nicht im Geringsten spektakulär oder besonders. Aber gerade die Fotografie vor der Haustür ermöglicht es, auch in solch kleinen, auf den ersten Blick unspektakulären Landschaften, fotografische Juwelen zu finden. Insbesondere wenn man bereit ist immer wieder diese Orte aufzusuchen und auch die unterschiedlichen Stimmungen zu verschiedenen Jahreszeiten und Wettersituationen achtet.
In einigen Bereichen zeigt sich schon deutlich der große Wandel, der diesem Wald in der nächsten Zeit bevorstehen wird. Durch die Trockenheit der letzten Jahre fand der Borkenkäfer ein ideales Revier für sich. Durch die Rodung ganzer Flächen werden auch die benachbarten Flächen einer größeren Sonneneinstrahlung und damit mehr Stress ausgesetzt, sodass sie dem Borkenkäfer wenig entgegensetzen können. Zwar werden die gerodeten Flächen schnell wieder aufgeforstet, aber hier deutet sich ein Wandel an, der den Meller Berg und das Zwickenbachtal in den nächsten Jahren einschneidend verändern wird.

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